Ich habe mir vor nun schon bald 5 Jahren einen 3D-Drucker gekauft. Meine Wahl fiel damals auf den Anycubic Vyper, der zu dieser Zeit im EarlyBird-Presale für 255€ zu haben war. Zu diesem Preis wurden nur 3500 Einheiten verkauft. Das Druckvolumen ist mit 245x245mm in Breite und Tiefe, sowie 260mm in der Höhe, ganz ordentlich für die Preisklasse. Aktuell wird das Gerät so nicht mehr vertrieben, an die Stelle ist nun der Kobra 3 V2 gerückt, der sogar in X- und Y-Richtung 10mm mehr Bauraum bietet und in der Combo-Version sogar Mehrfarbdruck unterstützt.
Aller Anfang ist schwer
Lange habe ich an den Einstellungen herum gespielt um den perfekten Print zu bekommen. Leider ist das nicht so einfach, obwohl es mittlerweile tonnenweise Hilfestellungen im Internet gibt. Nach ein paar kleineren Testdrucken wurde mir klar, dass ich erst einmal die sogenannten „E-Steps“ kalibrieren musste. Dabei handelt es sich um einen Wert, der das Verhältnis von Umdrehungen des Extrudermotors zur Vorschublänge des Filaments bestimmt. Gesagt, getan. Einige weitere Kalibrierdrucke später sieht das ganze dann schon ganz ordentlich aus und man kann mal mit etwas größerem beginnen. Irgendwann kam der unvermeidliche Spulenwechsel. Das schwarze Anycubic Filament war aufgebraucht, nun würde ich Weiß verwenden. Auf jeder der Spulen befanden sich zu Beginn je 1kg schön säuberlich aufgewickeltes 1,75mm Filament. Auch der weiße Kunststoff ließ sich wunderbar verarbeiten, allerdings gab es ein erstes Mal Verformungsprobleme.
Warpen
Was bedeutet „Warpen“? Dieser Begriff beschreibt die Verformung des Bauteils, welche durch ungleichmäßige Abkühlung entstehen kann. Dadurch lösen sich die Ecken und / oder Seiten vom Druckbett und der finale Druck sieht deformiert aus. Abhilfe schaffte hier in meinem Fall ein einfacher Prittstick. Die Fläche des Druckbetts wird im Druckbereich ganz dünn mit dem Klebstift eingeschmiert. Ich nutze hier nach der Behandlung gerne so kleine Sprühfläschchen mit reinem Wasser. Ein oder zwei Spritzer und dann mit der Spachtel schön sauber glatt streichen. Der Trick ist, dass dabei die Unebenheiten in der Druckplatte dadurch eliminiert werden. Durch dies und natürlich den Klebeeffekt selbst haftet das Bauteil dann besser. Beim nächsten Druck einfach wieder ein bisschen nass spritzen und den unverbrauchten Kleber nochmal nutzen. Wirklich gesäubert wird die Platte bei mir eigentlich nur, wenn der Kleber zu viel wird oder falls Kunststoffrückstände im Kleber verbleiben.
Filamente
Der Vyper ist ein Filamentdrucker. Ich drucke hauptsächlich mit PLA (polylactic acid). Die Drucktemperatur ist mit 190 bis 220°C relativ moderat und Verformungen sind ein eher seltener Effekt. Auch die Temperatur des Druckbettes ist mit ca. 60°C vergleichsweise niedrig. Die Ergebnisse können sich sehen lassen, auch wenn mit 0,2mm Schichtdicke den Modellen eindeutig anzusehen ist, dass diese gedruckt wurden. Hier haben Resin-Printer wie der Photon Mono M7 qualitätiv, natürlich auf Kosten des Bauraums, einen massiven Vorteil. Ein weiteres Material, welches ich erfolgreich getestet habe ist PETG (polyethylene terephthalate glycol). Dieses ist vergleichbar mit dem Material aus dem Einweg-Colaflaschen gemacht werden, wenn auch nicht ganz.
Ergebnisse
Hier noch ein paar Drucke, die über die Jahre so zusammen gekommen sind.
